Philosophie

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Philosophie: Aikido, eine Kampf-Kunst

Aikido wird normalerweise den Kampfkünsten zugeschrieben. Das ist zwar nicht völlig falsch, jedoch beschrieb O-Sensei Aikido mit den Worten Shin-no-Budo – Wahres Budo. Der wahre Weg des Bu. Das Wort Bu wird üblicherweise mit „martial“ ins Englische und Französische und mit „Kampf“ oder „Krieg“ ins Deutsche übersetzt. Eigentlich zeigt das chinesische Schriftzeigen für Bu aber eine Waffe (eine Art Hellebarde), die gehalten wird, zusammen mit dem Zeichen für Stopp.

Den Kampf anhalten

Es sagt somit das Gegenteil des landläufigen Begriffs aus: O-Sensei und Hikitsuchi-Sensei betonten beide ausdrücklich, dass die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Bu „den Angriff stoppen“ lautet. Ferner bedeutet es O-Sensei zufolge auch die bewegend-schöpferische Aktivität des Universums.

Näher an den Wörtern „martial art“ oder „Kampfkunst“ ist das Wort Bujutsu. Dies, weil es in seiner Übersetzung „Techniken des Bu“ bedeutet. Es beschreibt eine Handlung, mit dem Ziel um ein bestimmtes Resultat zu erreichen. Fertigkeiten, die den Angriff abwehren oder kontern – das sind Techniken des Kampfes. Techniken, durch deren Anwendung man als Sieger aus einem Kampf hervorgeht.

Budo ist nicht Technik!

Budo – der Weg des Bu – meint hingegen etwas, das weit über dem unmittelbaren Nutzen einer Technik liegt. Es beschreibt vielmehr eine spirituelle, psychologische Entwicklung und ein persönliches Wachsen. Hikitsuchi-Sensei, der O-Sensei zitierte, betonte mit Nachdruck: „Budo ist nicht Technik!”

Wenn O-Sensei von Aikido sprach, sprach er oft von Shin-no-Budo – dem Wahrem Budo, im Gegensatz zum “normalen” Budo. Er beschrieb Shin-no-Budo auf verschiedene Arten: „Eins-Sein mit dem Zentrum des Universums“, „Eins-Sein mit der Göttlichen Liebe“, „Eins-Sein mit dem Göttlichen“.

„Shin-no-Budo ist der liebende Schutz von Allem durch den Geist der Versöhnung. Versöhnung bedeutet, die Aufgabe eines Jeden vollenden zu lassen.“

Ueshiba Morihei, Begründer des Aikido

Bu ist Liebe

Nach seiner Erleuchtungserfahrung (satori), in der O-Sensei das erlebte, was er die all-unterstützende, die alles-aufrechterhaltende Liebe Gottes oder göttliche Liebe nannte, betonte er, dass der Ausdruck dieser Liebe die wahre Bedeutung von Bu ist – „Bu ist Liebe”.

„Shin-no-Budo ist die Aktivität der Liebe. Es ist das Lebenspendende für alle Lebewesen und nicht das Töten oder das Miteinander-Kämpfen. Liebe ist die Schutzgottheit für alles. Nichts kann existieren ohne sie. Aikido ist die Manifestation der Liebe.“

Ueshiba Morihei, Begründer des Aikido

Für den Frieden

Anders als Karate-Do, Judo, Jujutsu, Kempo oder andere traditionellen Kampfkünste, lehrt Aikido nicht das Kämpfen oder wie man über jemand anderes gewinnt.

„Im Aikido ist ein Geist des Dienens für den Frieden zum Wohl aller Menschen auf dieser Welt notwendig, und nicht der Geist eines Menschen, der wünscht, stärker als andere zu sein oder seinen Widersacher niederzuwerfen.“

Ueshiba Morihei, Begründer des Aikido

Aikido hat nicht zum Ziel einen Feind zu unterwerfen, sei es mithilfe einer Technik, Schnelligkeit, Kraft oder Strategie. Im Aikido sind wir durch die zentrale Verbindung mit unserem Partner fähig, an uns selbst zu arbeiten: Unser Selbst durch unerlässliches Üben zu polieren und zu reinigen, wie man einen Spiegel reinigt und poliert – und ihn so zum Strahlen bringt.

Ansprechpartner

Stefan Hess
E-Mail: dojo@aikido-buempliz.ch
Tel: 079 654 57 38